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Überblick

Mitte der 80er-Jahre entwickelte sich aus einer Gruppe engagierter Baseballpioniere mehr, als diese sich wohl jemals hätten erträumen lassen: Einer der größten Baseballvereine Österreichs, der aus Baseball-Austria kaum mehr wegzudenken ist.

Die Baseball-Kampfmannschaft der Wanderers spielt seit ihrer Gründung ununterbrochen in Österreichs höchster Spielklasse. Mit vier Meistertiteln, drei zweiten bzw. sieben dritten Plätzen ist der Verein einer der erfolgreichsten Baseballvereine Österreichs.

Zehn Jahre nach der Gründung formierte sich das erste Damenteam der Wanderers, das jedoch vorerst an keinem Ligabetrieb teilnahm. Die Wanderers-Familie bekam 1998 Zuwachs, als sich das Softballteam Vienna Razorbacks den Wanderers anschloss. Es folgten mit vier österreichischen Staatsmeistertiteln und etlichen erfolgreichen Teilnahmen an Europacups sowohl nationale als auch internationale Erfolge. Das Fastpitch-Team schaffte 2001 als erstes österreichisches Team den Klassenerhalt im A-Pool des Europacups.

Eines der Erfolgsrezepte der Wanderers war immer eine gesunde Basis. Neben dem Baseball-Farmteam betreibt der Verein seit Jahren ein ambitioniertes Nachwuchsprogramm, aus dem Jahr für Jahr zahlreiche Spieler den Sprung in die ersten Mannschaften schaffen. Seit den späten 80er-Jahren gibt es Teams in den Kategorien Jugend (U15) und Schüler (U13), die seither ohne Pause an österreichischen Nachwuchsmeisterschaften teilnehmen. Seit 2002 gibt es auch eine Mannschaft der Unter-Zehnjährigen, die schnell den Anschluss an die Österreichische Spitze schaffen konnte. Die Vienna Wanderers bieten mit dem größten Nachwuchsprogramm Österreichs sowohl für Burschen wie auch für Mädchen jeden Alters die beste Möglichkeit den Baseball- und Softballsport auszuüben. Kaum ein Jahr vergeht, in dem sich unser Nachwuchs nicht in die ewigen Listen der Österreichischen Meister einträgt. Kaum ein Spieler der aktuellen Kampfmannschaften hat nicht das Nachwuchsprogramm der Wanderers durchlaufen. Nur durch die Arbeit vieler Freiwilliger und helfender Eltern ist es möglich, dieses Programm aufrechtzuerhalten und die Früchte der Arbeit zu ernten.

Um ein professionelleres Baseball- und Trainingumfeld zu schaffen engagierten die Wanderers Baseball- und Softball-Coaches aus den Vereinigten Staaten, Kanada und zuletzt sogar Japan.

Die Vienna Wanderers haben ihre Heimstätte im grünen Herzen Wiens, auf der Spenadlwiese im Wiener Prater, die in Kooperation mit dem ASKÖ und unter großem persönlichen Einsatz verschiedenster Mitglieder zu einer Pilgerstätte für Baseball in Österreich herangereift ist. Das ASKÖ-Sportzentrum Spenadlwiese verfügt über zwei Softballfelder und ein Baseballfeld, welche mit einer Flutlichtanlage ausgestattet sind.

 

Geschichte

Der Verein wurde am 19. September 1986 gegründet und bestand ursprünglich aus einer einzigen Mannschaft mit zwölf Spielern. Bereits im Jahr darauf nahm man an der österreichischen Meisterschaft teil und belegte den vierten Platz. Schon früh erkannten die Wanderers, dass nur eine fundierte Nachwuchsarbeit den Verein langfristig am Leben halten kann. Als erster Baseballverein in Österreich wurde 1988 eine Jugendmannschaft gegründet. Ein Jahr später gab es auch erste Bemühungen ein Schülerteam aufzubauen.

Ab 1990 nahmen beide Teams an der österreichisch-amerikanischen Meisterschaft (AIBC) teil. Ohne Unterbrechung spielten die Wanderers bei den Österreichischen Nachwuchsmeisterschaften immer an der Spitze mit und konnten im Laufe der Jahre etliche Meistertitel für den Verein gewinnen. Im Jahr 1990 konnte die Kampfmannschaft zum ersten Mal ihre Stärke beweisen und holten den ersten Staatsmeistertitel in Baseball für die Vienna Wanderers. Seit Frühling 1991 besteht auch das Farmteam der Wanderers, in dem sich Junioren und junge Spieler entwickeln können, bevor sie den Schritt in die erste Bundesliga setzen. Dieses Team spielte im Laufe der Jahre in der Landesliga-Ost, der 2. Bundedsliga oder so wie zur Zeit in der Regionalliga-Ost. Aufgrund des Meistertitels 1990 durften die Wanderers im Jahr darauf erstmals europäische Baseballluft schnuppern: Beim Europacup 1991 und 1992 belegte man den sechsten bzw. fünften Platz.

1994 wurde erstmals das VIBE auf der Wiener Spenadlwiese ausgetragen. Ein Turnier für den Nachwuchs, das nur durch die vielen helfenden Hände im Verein möglich gemacht werden konnte. Die Schülermannschaft, die ab diesem Jahr regelmäßig an internationalen Tunieren wie in Montpellier oder Amsterdam teilnahm, erkämpfte sich beim Heimtunier den dritten Platz. Noch im gleichen Jahr sicherte sich das Jugendteam den ersten österreichischen Nachwuchstitel für die Wanderers. Im Winter desselben Jahres fanden Gespräche zwischen den Vienna Wanderers und der ASKÖ-Wien bezüglich der Planung einer Baseballanlage auf der Spenadlwiese statt. Entwurf und Einreichplanung, inklusive aller notwendigen Behördenwege, wurden von Vereinsmitgliedern (zivilberuflich als Architekten tätig), in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der ASKÖ, noch im Jänner 1995 erstellt.

Kurz darauf konnte unter großer Mithilfe von Mitgliedern mit der Vorbereitung für die Baustelle begonnen werden. Im Juni 1995 konnte der Baseballplatz Spenadlwiese dann feierlich eröffnet werden. Noch im selben Jahr, wie auch in den beiden folgenden Jahren, trugen die Wanderers den Europacup auf ihrer neuen Heimstätte aus.

Ab 1996 formierte sich auch eine Gruppe Spielerinnen, die das erste Softballteam der Wanderers gründeten. Nach dem Zusammenschluss mit dem Softball-Rekordmeister, den Vienna Razorbacks, gelang den Wanderers der nationale wie auch internationale Durchbruch. Die Damenmannschaft benötigte jedoch ein eigenes Feld nach internationalen Softballmaßen und so begann der Verein 1997 mit der Planung des Softballfeldes, das ab 1998 gebaut und schließlich 1999 eröffnet werden konnte. Seither wird das Feld für Softball, Schüler U13, Schüler U10 und seit einigen Jahren auch für Slowpitch genützt.

1998 eroberten die Damen den Österreichischen Softball-Staatsmeistertitel für die Wanderers. Doch es sollte nicht der letzte sein, denn es folgten drei weitere en suite. 2000 schaffte das Fastpitchteam den Aufstieg in den A-Pool des Europacups, wo man 2001 auch als erstes österreichisches Team mit einem siebenten Platz seinen Verbleib sichern konnte.

Nach längerer Abwesenheit von der Spitze schaffte das 1. Bundesligateam 2001 den Einzug ins Finale, wo sich die junge Mannschaft jedoch knapp geschlagen geben musste, und somit blieb nur der Vizemeistertitel. Ab 2002 konnten die Damen nicht mehr an ihre nationalen Erfolge anschließen und so folgte eine Reihe von Vizemeistertiteln. 2003 wurde neben der U13-Nachwuchsmannschaft ein Team für die Unter-Zehnjährigen gegründet, die bei ihrer ersten Österreichischen Meisterschaft den ersten Platz belegten.

2005 kämpfte sich die Baseball-Kampfmannschaft wieder ins Finale von Österreichs höchster Spielklasse, doch wieder blieb nur der Vizemeistertitel. Das Team konnte jedoch in den Folgejahren mit sieben Playoffeinzügen en suite den Anschluss an die Spitze halten. Mit dem Bau einer Flutlichtanlage 2007, die auf beiden Feldern Spiele und Trainings auch zu späteren Stunden ermöglichte, gewann die Wiener Spenadlwiese weiter an Stellenwert.

2009 schaffte das ABL-Team dann endlich den Durchbruch und bescherte dem Verein nach 19 Jahren den zweiten Baseball Staatsmeistertitel. Im Jahr darauf schafften die Damen den erneuten Aufstieg in den A-Pool während die Herren sich erst knapp in Spiel 3 des Europacup-Finales geschlagen geben mussten. Auch ein Jahr später waren die Kampfmannschaften international vertreten: Die Damen schafften den Klassenerhalt, während die Herren unter ihren Erwartungen blieben.

Mit der Anzahl an Nachwuchsspielern, die von Coaches aus den eigenen Reihen betreut werden, steht den Wanderers eine große Zukunft bevor. Im Bereich Jugend und Schüler konnten 2011 individuelle Trainingsmöglichkeiten, wie ein eigenes Pitching-Programm, geschaffen werden.

Das Jahr 2012 sollte für die Vienna Wanderers ein unvergessliches werden. Während die Nachwuchsteams von Beginn an die Ost-Ligen dominierten, lief es für die Teams in den allgemeinen Klassen nicht nach Wunsch. Besonders im Baseball-Bereich blieben die Mannschaften unter den Erwartungen. Besonders das ABL-Team, das mit mit vier Niederlagen in die Saison startete, lief den gesamten Rest der Regular-Season der Tabellenspitze hinterher. Die Damen konnten in der ASL zwar mit dem Spitzenfeld mithalten, doch beim Final-4 Turnier blieb den Wanderers nur ein vierter Platz. Das U13- und das U10-Team gewannen im September beide die Österreichischen Meisterschaften und eroberten die ersten beiden Goldenen im Jahr 2012. Das Regionalligateam konnte zwar immer wieder aufzeigen, blieb aber oft unbelohnt und fand sich am Ende der Saison mit nur 4 Siegen am vorletzten Tabellenplatz wieder. Im Relegations-Turnier jedoch konnten die Wanderers ihre beste Seite präsentieren und gewann alle drei Spiele, um im Endklassement sogar noch eine Platz nach vorne zu rücken.

Auch für das ABL-Team kam die positive Wende. Als viertes Team hatte man sich für die Playoffs gerade noch qualifiziert und so ging es im Halbfinale gegen den Lokalrivalen, die Vienna Metrostars. Die ersten beiden Spiele gingen verloren, worauf die Saison der Wanderers nur noch eine Niederlage entfernt war. Eine historische Aufholjagd mit dem Motto "Don't Stop Believing" begann. Spiel 3 und 4 konnten recht deutlich gewonnen werden, doch in Spiel 5 sah es alles andere als rosig aus. Ein 7-Punkte Inning drehte den Spieß aber um und die Wanderers zogen ins Finale ein. Gegen die Diving Ducks aus Wiener Neustadt konnten die Grünen aber vom ersten Spiel an Dominaz zeigen und machten nach zwei Siegen am ersten Wochenende in Spiel 3 kurzen Prozess um sich die dritte Meisterkrone in der Vereinsgeschichte aufzusetzen.